Evangelische Leseordnung

 

In der Evangelischen Kirche gibt es für jeden Sonntag eine vorgeschriebene Leseordnung aus der Bibel.

Sie besteht aus der Epistel, dem Evangelium, einem Wochenpsalm und dem Predigttext.

Diese feststehenden Stücke sind jeweils für 6 Jahre festgeschrieben, einem sog. Perikopenjahr  und wiederholen sich dann im 7. Jahr. Man spricht daher von Perikopenreihen, die durchgezählt werden: Perikopenreihe 1, Perikopenreih 2 usw…… bis es dann nach der Perikopenreihe 6 wieder mit der Perikopenreihe 1 nach 7 Jahren neu anfängt. Diese biblischen Texte sind von einer Theologenkommision ausgewählte Texte. Diese Ordnung soll gewährleisten, dass sowohl unabkömmliche wichtige biblische Texte gelesen werden und weiterhin bekannt bleiben, aber auch unbekanntere Texte zu Wort kommen können.

Bei der Neuordnung der Perikopenreihe vor 2 Jahren wurden ein Fünftel der biblischen Texte ausgetauscht. Künftig werden in evangelischen Gottesdiensten beispielsweise mehr Texte aus dem Alten Testament zu hören sein, sowie mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen. Das neue Perikopenbuch ist eine Überarbeitung der bisherigen Ordnung von 1978. Ihre Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück.

 

Evang. Leseordnung für den 2. Sonntag nach Trinitatis

 

Am 2. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Einladung zum großen Abendmahl und danken Gott, dass er uns durch Jesus Christus teilhaben läßt an seinem Reich. Die Freude über die Einladung macht uns selbst zu Einladenden.

Wochenspruch:

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will Euch erquicken.       Matthhäus 11,28

Wochenpsalm:  Psalm 36

Wochenlied:  

EG 321 Kommt her, ihr seid geladen

Epistel: Epheser 2,11-22

Evangelium: Lukas 14,16-24

Das große Abendmahl

15 Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!

16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein.

17 Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit!

18 Da fingen sie alle an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.

19 Und ein andrer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.

20 Wieder ein andrer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet; darum kann ich nicht kommen.

21 Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein.

22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da.

23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.

24 Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken.

 

GEBET

 

Wir danken Dir, unser Gott, dass Du uns einlädst und Gemeinschaft schenkst mit Dir.

Wir danken Dir, dass wir bei Dir zu Hause sind.
Du bist uns nah – auch an diesem Sonntag. Du bist bei uns, wenn wir beten, dein Wort hören, Dir unsere Lieder singen.
Deine Einladung ist grenzenlos – und doch grenzen wir uns ab.

Wir denken viel über alle möglichen Dinge nach, anstatt den Frieden, den Du uns schenkst, anzunehmen.
Hilf, dass wir die Zeichen Deiner Nähe nicht übersehen.

Mach uns bereit, Dir zu begegnen in Deinem Wort und in den Menschen, die Du uns über den Weg schickst.
Weil die Tür zu Dir offen steht, lass uns mit helfen, Menschen hindurch zu führen zu Dir.

Weise uns zu den Menschen, die Dir ferne sind. Gib uns die rechten Worte, deine Liebe offenbar zu machen allen Menschen, damit sie spüren:

Du schließt niemanden aus. Du lädst alle ein.

Hilf uns, die Not anderer Menschen zu sehen, und gib uns die Kraft, diese Not zu lindern.

Leite uns, den Ausgestoßenen und Entfremdeten ein Stück Heimat zu geben, so wie wir bei dir Heimat gefunden haben.

Das bitten wir Dich.
Amen.