Evangelische Leseordnung

 

In der Evangelischen Kirche gibt es für jeden Sonntag eine vorgeschriebene Leseordnung aus der Bibel.

Sie besteht aus der Epistel, dem Evangelium, einem Wochenpsalm und dem Predigttext.

Diese feststehenden Stücke sind jeweils für 6 Jahre festgeschrieben, einem sog. Perikopenjahr  und wiederholen sich dann im 7. Jahr. Man spricht daher von Perikopenreihen, die durchgezählt werden: Perikopenreihe 1, Perikopenreih 2 usw…… bis es dann nach der Perikopenreihe 6 wieder mit der Perikopenreihe 1 nach 7 Jahren neu anfängt. Diese biblischen Texte sind von einer Theologenkommision ausgewählte Texte. Diese Ordnung soll gewährleisten, dass sowohl unabkömmliche wichtige biblische Texte gelesen werden und weiterhin bekannt bleiben, aber auch unbekanntere Texte zu Wort kommen können.

Bei der Neuordnung der Perikopenreihe vor 2 Jahren wurden ein Fünftel der biblischen Texte ausgetauscht. Künftig werden in evangelischen Gottesdiensten beispielsweise mehr Texte aus dem Alten Testament zu hören sein, sowie mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen. Das neue Perikopenbuch ist eine Überarbeitung der bisherigen Ordnung von 1978. Ihre Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück.

 

Evang. Leseordnung für den Pfingstsonntag

 

Wochenspruch:

"Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth."                 Prophet Sacharja 4,6b

Wochenpsalm:  Psalm 118,24-29

Wochenlied:  EG 126

Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist

Epistel: 1.Mose 11,1-9

Pfingstevangelium:  

Apostelgeschichte 2,1-21

Das Pfingstwunder

21 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort.

2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen,

4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer?

8 Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache?

9 Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia,

10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen,

11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.

12 Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?

13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Die Pfingstpredigt des Petrus

14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte!

15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages;

16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):

17 »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben;

18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf;

20 die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt.

21 Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

 

 

GEBET

 

Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Wir sind in Unruhe.
*  Komm mit deiner Weisheit.
Viele sind verunsichert.
*  Komm mit deiner Klarheit.
Die Mächtigen sind uneins.
*  Komm mit deinem Rat.
Die Kranken sehnen sich nach Heil.
*  Komm mit deiner Stärke.
Die Wissenschaftler und Forscherinnen mühen sich.
*  Komm und schenke ihnen Erkenntnis.

Die Traurigen verlieren den Mut.
*  Komm mit deinem Trost.
Deine Gemeinde sehnt sich danach,
zu singen und gemeinsam aufzuatmen.
*  Komm und berühre deine Menschen.
Brich mit uns zusammen auf.
Geht mit uns hinaus ins Weite
und heile uns.
*  Komm, wir warten!
Komm, Heiliger Geist, und schaffe alles neu!
Amen.